Die korrekte Haltung für einen beschwerdefreien Alltag

Aktualisiert: 12. Mai


Wie oft hast du dir “steh gerade!" anhören müssen oder wie oft wurde dir eine korrekte Haltung erklärt bzw. die deine korrigiert?

Gibt es überhaupt eine richtige Haltung?

Wenn ja, dann würde sie lauten “Die beste Haltung ist die nächste Haltung”.

Lass mich dir das erklären:

Das was uns allen am meisten fehlt bzw. das was uns der moderne Alltag in Sachen Bewegung primär raubt ist die Bewegungsvielfalt. Eine kerzengerade, fast schon steif wirkende Haltung über einen längeren Zeitraum hinaus ist meiner Meinung nach, eine Theorie, die hinterfragt werden darf und nicht für jeden geeignet oder funktionell ist. Genauso verhält es sich mit dem Glaubenssatz, isolierte klassische unnatürliche Muskelkraftübungen würden 8-9h Sitzen kompensieren. (Aber zur Erinnerung: nichts ist gut oder schlecht. Es kommt auf die Situation und auf individuelle Voraussetzungen an.)

Hingegen Abwechslung in der Sitz-, Stehposition, Abwechslung in Kraft- und Ausdauerübungen, also zusammengefasst, das Spielen mit Bewegung bringt dich zurück zu natürlichen Verhaltensweisen und funktioneller Bewegung. Es fördert dein intuitives Handeln und bringt dich damit zu einer guten Kompromisslösung zwischen dem was dein Körper braucht und dem was deinem Körper bereits unnötigen Stress kosten könnte.

Auch hier siehst du wieder das Trade - off Prinzip zwischen Nutzen und Kosten.

Die beste Haltung ist die nächste Haltung!

Was heißt das konkret?

Gelenke leben von der Bewegung. Deine Gelenke werden tatsächlich erst durch die Bewegung mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Außerdem wird durch Immobilität wichtiges Gewebe abgebaut. Erinnere: Dein Körper ist darauf programmiert Energie zu sparen und baut somit schnell unnötigen, teuren Ballast ab. "If you don't use it, you lose it".

Gehen wir diesen Gedanken nach, so kristallisiert sich schnell heraus, dass Vielfalt und Häufigkeit in Sachen Bewegung entscheidende Variablen sind. Spreche ich nun von “die beste Haltung ist die nächste Haltung” so ist damit gemeint, dass ganz egal wie du nun sitzt oder stehst, deine Gelenke nur darauf warten bewegt zu werden und eine andere Position einzunehmen, immer wieder aufs Neue.

Welche Haltung lindert meine regelmäßigen Nacken- und Rückenbeschwerden?

Wie sitzt du auf deinem Schreibtischstuhl? Wie stehst du, wenn du auf jemanden wartest? Glaubst du eine steife, gerade Haltung und das über einen längeren Zeitraum hinweg, wird der natürlichen Funktionalität deines Körpers gerecht?

Auch wenn wir Nackenverspannungen und Rückenbeschwerden häufig mit einer krummen Haltung am Arbeitsplatz in Zusammenhang bringen, ist das noch keine Garantie dafür, dass die Ursache genau in der Art der Haltung liegt. Genauso wenig liegt dessen Lösung darin. Zahlreiche andere Faktoren, wie z.B. auch die Muskelkraft spielen eine entscheidende Rolle. Doch letztendlich beginnt auch Muskelkraft mit mehr Bewegungsvielfalt.

Stelle dir vielmehr die richtigen Fragen. Wechselst du häufig Position? Machst du Pausen vom Sitzen? Sind deine Muskeln ziemlich angespannt? Was macht deine Haltung außerhalb der Arbeit? Usw.

Spiele mit der Bewegung!

Unser bewegungsarmer Alltag hat uns verlernt Vielseitigkeit in der Bewegung zu erleben. Aber nicht nur das. Medienkonsum wie auch Netflix, Social Media und Co. nehmen uns zusätzlich die Fähigkeit uns intuitiv zu bewegen. Dadurch haben wir auch Achtsamkeit verloren, den Wert der Wahrnehmung vergessen und suchen dadurch zunehmend die Antworten eher im Außen, anstatt auf unserem Körper zu hören. Die Wahrnehmung lässt uns hingegen präsent sein. Aber im Kontext der Bewegungsvielfalt lässt uns die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt und auf uns selbst, wieder lernen uns intuitiv und natürlich zu bewegen.

Die Lösung: Spiele mit deiner Bewegungsfähigkeit. Wechsle häufiger die Position. Probiere aus was möglich ist, mache regelmäßige Sitzpausen und beobachte deinen Körper.

3 kleine Übungen/Ratschläge für deinen Alltag:

  1. Wenn du das nächste Mal am Schreibtisch sitzt kannst, du versuchen die Position häufig zu verändern. Schaue mal was eigentlich alles bereits im Sitzen möglich ist. Beobachte außerdem wie es sich anfühlt.

  2. Wenn du das nächste Mal spazieren gehst, kannst du versuchen dich voll und ganz auf deinem Körper zu konzentrieren. Beobachte wie du dich bewegst, was sich bewegt, was angespannt ist, wo du hingegen entspannt bist usw. Dadurch trainierst du zudem deine Wahrnehmungsfähigkeit und erreichst eine meditative Wirkung.

  3. Baue sogenannte "sitting breaks" ein, also kleine Pausen vom Sitzen in denen du 2-3 Übungen auswählst und diese im Wechsel für etwa 2 Minuten durchführst. (Ähnlich wie ein HIIT Training.)

Fazit:

Die eine Haltung die uns vor Schmerzen und Beschwerden bewahrt, die gibt es nicht.

Versuche nicht wie erzwungen eine vermeintlich korrekte Haltung einzunehmen. Erinnere dich viel mehr daran, mit deiner Bewegungsfähigkeit zu spielen. Setze den Fokus auf Vielfalt und Häufigkeit. Dadurch tust du nicht nur deinen Gelenken Gutes, sondern förderst zudem die Entspannung deiner Muskeln, sowie das spielerische, intuitive Bewegen.

Die Wahrnehmung und Achtsamkeit sind zudem wichtige Elemente, die ohne größeren Aufwand im Alltag einzubauen sind, aber einen ersten essentiellen Schritt zu einer natürlichen und artgerechten Bewegung darstellen.


Liebe Grüße,

Magdalena


 

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